Praxis Schönebaum & Mehrtens
Wann bekommen Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) Sprachtherapie?
 
Autorin: Karla Mehrtens
 
Eine LRS wird vom Gesetzgeber nicht als Krankheit definiert. Somit zahlen im Allgemeinen die Krankenkassen nicht die Behandlung.
 
Nicht selten fällt allerdings erst im Zusammenhang mit einer LRS eine zugrunde liegende Verzögerung des Sprechens und der Sprachfunktionen auf.
 
Für das Schreiben- und Lesenlernen ist die Hör- und die Sehwahrnehmung besonders wichtig. Wenn die Verarbeitung des Gehörten die Hauptursache der LRS ist, fällt die Behandlung in den Kompetenzbereich von Sprachtherapeuten.
 
Auch hier gilt, ein Arzt muss dies diagnostizieren und eine entsprechende Verordnung ausstellen. Dann werden Sprachtherapeuten tätig.
 
Das heißt, das Ohr ist intakt , die Intelligenz des Kindes ist nicht gemindert. Sondern das Aufgenommene kann nicht genau entschlüsselt werden. Es kommt zu Problemen des Merkens, Differenzierens und Wiedergebens von Buchstaben, Wörtern, Sätzen.
 
Zu beachten ist, dass die Probleme des Kindes im Störlärm und mit zunehmender Entfernung zum Redner Größer werden. Deswegen empfiehlt es sich immer wieder Bickkontakt zu halten, in der Klasse vorne zu sitzen.
 
(Braunschweiger Zeitung, 15.02.2006)

 
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