Praxis Schönebaum & Mehrtens
Was ist ein Late Talker-Kind?
 
Autorin: Karla Mehrtens
 
Mit zwei Jahren spricht ein Kind ca. 50 Wörter wie "muh" oder "tatze da". In jedem Jahrgang beginnen 13-20% der Kinder verspätet zu sprechen. Sie werden Late Talker genannt. Etwa die Hälfte holt bis zum dritten Geburtstag den Rückstand auf. Die anderen lernen nur mühsam neue Wörter und grammatische Strukturen. Obwohl alle anderen Bereiche normal entwickelt sind und keine Hörstörung vorliegt.
 
Es besteht die Gefahr, dass es zu Folgeproblemen, wie Verhaltensauffälligkeiten oder auch späteren schulischen Schwierigkeiten beim Erwerb des Lesens und Schreibens kommt.
 
Der Zeitpunkt für den Beginn einer Therapie ist unter Fachleuten strittig, da der individuelle Ablauf der Verzögerung mangels wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht genau vorher gesagt werden kann.
 
Für den frühen Beginn spricht, dass es eine frühe sensible Phase für den Spracherwerb gibt. In diesem Zeitfenster können gemeinsam mit den Eltern gute, effektive Erfolge erzielt werden.
 
Besorgte Eltern sollten mit ihrem Kinderarzt sprechen.
 
(Braunschweiger Zeitung, 01.07.2009)

 
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