Praxis Schönebaum & Mehrtens
Muss ich etwas unternehmen, wenn mein Kind lispelt?
 
Autorin: Karla Mehrtens
 
Das Lispeln, auch Sigmatismus genannt, ist die häufigste Form der Artikulationsstörungen. Gemeint ist damit die Fehlbildung der s-Laute.
 
Entstehungszusammenhänge sind zum Beispiel Daumen- und Schnullerlutschen, die Fehlstellungen der Zähne und des Kiefers nach sich ziehen können. Bewegungsmangel oder zu kurzes Stillen können für eine mangelnde Spannung der Zungen- und Mundmuskulatur sorgen. Auch Hörstörungen sind häufige Ursachen, die bei kleinen Kindern durch chronische Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich ausgelöst werden können.
 
Nach dem vierten Geburtstag sollte die Sprechstörung ernst genommen werden. Der Kinderarzt überprüft, ob das Sprachbild dem Alter des Kindes entspricht oder therapiebedürftige Gründe vorliegen.
 
Bei einer kieferorthopädischen Behandlung sollte immer auch die Zungenmotorik überprüft werden, da eine Fehlfunktion zu Rückschritten bei der teuren Regulierung führen kann.
 
Therapieschwerpunkte können Muskelkräftigungs- und Sprechübungen, sowie ein Hörtraining sein. Therapieerfolg sollte sich nach 10 bis 30 Stunden einstellen.
 
Werden Sigmatismen nicht behandelt, werden sie in der Regel beibehalten.
 
(Braunschweiger Zeitung, November 2006)

 
© 2009 Praxis Schönebaum & Mehrtens